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Propolis

18. April 2012

Propolis, auch Kittharz genannt, wird von den Bienen von Baumknospen gesammelt und zur Abdichtung aller möglichen Ritzen und Zwischenräume in der Bienenwohnung verwendet.
Propolis ist eines der Bienenprodukte, die in der Apitherapie eingesetzt werden.

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2 Kommentare
  1. Das Propolis wird von den Bienen sogar recycelt

  2. Das Antibiotikum der Zukunft?
    (mit freundlicher Genehmigung von Frau Dr. Annette Schroeder; Hohenheim )

    Propolis ist ein Gemisch aus vielen verschiedenen Stoffen. Die Zusammensetzung kann relativ stark variieren. Die wasserabweisende Substanz wird vor allem im Bereich des Flugloches angelagert, bildet also eine natürliche Barriere gegen Feinde, Parasiten und Krankheitserreger. Der Name setzt sich demzufolge aus den altgriechischen Wörtern „pro“ und „polis“ zusammen was als „vor der Stadt“ übersetzt werden kann. Andere gebräuchliche Bezeichnungen sind
    „Kittharz“ oder „Bienenharz“. Diese Ausdrücke geben einen Hinweis auf die Herkunft. Es handelt sich bei Propolis um eine klebrige harzartige Masse, die ihren Ursprung in Harzen von lebenden Pflanzen hat. Sie weist eine variable Braunfärbung auf und ist bei Stocktemperatur weich und formbar. Propolis hat einen charakteristischen, aromatischen Geruch der je nach geographischer und botanischer Herkunft recht stark variieren kann, da vor allem die Harzüberzüge regional verfügbarer Pflanzenarten, die besonders reich an aromatischen Verbindungen,
    phenolischen Substanzen, Flavonoiden, Ligninen und Terpenen sind, von den Bienen als Rohstofflieferant genutzt werden. In Deutschland dienen in erster Linie verschiedene Pappelarten als Quelle. Die Bienen nehmen dazu mit ihren Mundwerkzeugen Harze von den Knospen und Stängeln der Pflanzen ab und formen mit ihren Mandibeln daraus kleine Röllchen, die sie dann mit den Beinen unter dem Bauch hinweg in die Pollentaschen des hinteren Beinpaares befördern.

    Gesammelt wird prinzipiell während der ganzen Saison. Die Sammeltätigkeit unterliegt jedoch
    in Abhängigkeit von den regionalen und saisonalen Gegebenheiten erheblichen Schwankungen. In
    Deutschland findet der Eintrag verstärkt vom späten Juni bis zum Ende der Flugsaison statt. Bei der Bearbeitung der gesammelten Harze durch die Bienen gelangen auch Bienenwachs, Pollen sowie aromatische und ätherische Öle aus dem Nektar von Blütenpflanzen in das Kittharz.

    In einem Bienenstock leben sehr viele Individuen auf relativ kleinem Raum, bei einem feuchtwarmen
    Klima, eng beieinander. Propolis weist aufgrund seiner zahlreichen hochwirksamen Inhaltsstoffe antibakterielle, antivirale, antimykotische und cytotoxische Eigenschaften auf und hat im Bienenstock die Funktion, die Ausbreitung von Krankheitserregern zu unterbinden. Zu diesem Zweck überziehen die Bienen sämtliche Oberflächen im Bienenstock mit einer feinen Propolisschicht. Kleinere Fugen oder Ritzen werden dabei oft vollständig mit Propolis verschlossen.

    Die pharmakologische Wirkung wurde bereits in vielen wissenschaftlichen Untersuchungen
    nachgewiesen. Dank der zahlreichen Inhaltsstoffe besitzt Propolis ein breites Wirkungsspektrum.
    Besonders interessant ist, dass Propolis auch gegen antibiotikaresistente Keime, wie zum Beispiel MRSA (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus), Wirkung zeigen kann. Die komplexe und variable Zusammensetzung von Propolis macht jedoch eine Standardisierung und den gezielten und kontrollierten Einsatz schwierig.

    Die antibakteriellen Eigenschaften werden aber bereits in Cremes und Salben, Mundhygieneprodukten, als Pastillen bei Entzündungen im Hals- und Rachenraum oder als Tropfen oder Kapseln zur allgemeinen Stärkung genutzt.

    Leider kann Propolis aber auch Allergien auslösen. Verantwortlich hierfür sind vor allem die enthaltenen Caffeate (z.B. 1,1-Dimetylallylcaffeat, 3-Methyl-2-butenylcaffeat und Phenylethylcaffeat). Das sind Salze der Kaffeesäure. Diese lösen in erster Linie Kontaktallergien aus. Das bedeutet für den Betroffenen, dass es zu Schädigungen der Haut, Schrunden und Rissen z.B. an Händen und Fingern kommt. Hat man als Imker mit einer Propolisallergie zu kämpfen, so muss zukünftig der Kontakt hiermit vermieden werden, das Arbeiten mit sämtlichen Imkereimaterial wird somit sehr erschwert. Das Risiko, allergisch auf Propolis zu reagieren, steigt bei häufigem Kontakt mit der Substanz.

    Deshalb gilt: Propolis ist ein hochwirksames Medikament, das nur bei Bedarf eingesetzt werden sollte. Eine tägliche Einnahme oder äußerliche Anwendung zur Prophylaxe ist aufgrund des hohen allergenen Potentials nicht ratsam.

    (C) 2014 Dr. Annette Schroeder
    Kontakt zur Autorin: annette.schroeder@uni-hohenheim.de

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