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Kunstschwarm bilden

4. April 2012

Eine Form der Ablegerbildung ist die Kunstschwarmbildung.

Benötigt wird:
eine begattete (Jung-)Königin
Beute (Boden, Zarge mit Mittelwänden, Deckel) und zusätlich eine Leerzarge; ggf. Absperrgitter
ca. 10 bis 20.000 Bienen (je nach Jahreszeit der Bildung; je später desto mehr) aus einem starken Volk oder mehreren Völkern.

Vorgehen:
Boden, Zarge mit Mittelwänden und Leerzarge neben dem Spendervolk aufstellen.
Rauch in das Spendervolk geben und 5 Minuten warten, bis sich die Bienen die Honigblase gefüllt haben.
Dabei die Königin suchen und käfigen (vorübergehend weggesperren, damit sie nicht mit in den Kunstschwarm kommt). Alternativ könnte auch ein Absperrgitter zwischen Zarge mit Mittelwänden und Leerzarge gelegt werden und die Königin anschliessend abgelesen werden.
Nun die Bienen von den aus dem Spendervolk entnommenen Waben in die neue Beute abstossen/abfegen. Die nun nahezu bienenfreien Waben wieder in die alte Beute zurückhängen.
Die weggesperrte oder abgelesene Königin wieder ins Spendervolk zurückgeben.
Abschliessend noch die Leerzarge entfernen und ggf. die daran ansitzenden Bienen in die Beute abkehren und eine gekäfigte * Königin zusezten. Deckel drauf und Volk für ein zwei Tage kühl und dunkel stellen (Kellerhaft), dann an einen anderen Standort stellen; füttern, da für Wabenbau viel Energiebedarf.

Vorteil:
Das neue Volk aus Kunstschwarm und zugesetzter Königin hat nun keine Brut und kann mit Milchsäure gegen Varroa bespüht werden. Dadruch startet das neue Volk milbenarm.
Nachteil: Das Altvolk (Spendervolk) enthält wegen der Entnahme der Bienen eine höhere Milbenkonzentration als vorher!

*) Die ersten Stunden sitzt sie innerhalb der Beute in einem Zusetzkäfig eingesperrt. Das sieht z.B. aus wie ein Lockenwickler, dessen Öffnung mit Futterteig verstopft ist. Bis der aufgefressen ist, können sich Volk und Königin aneinander gewöhnen. Die Bienen nehmen die Pheromone der neuen Königin auf und akzeptieren diese (bei Kunstschwärmen in der Regel gegeben).

zu Kunstschwarmbildung nach der Celler Rotationsbetriebsweise (näheres siehe https://bienenkunde.uni-hohenheim.de/uploads/media/2008_jahresbericht_lab.pdf)

In diesem vom BMELV finanzierten und gemeinsam mit den Instituten in Celle und Bochum durchgeführten Projekt wird die Celler Rotations-Betriebsweise mit der Hohenheimer Betriebsweise verglichen. An jedem Institut wird die Entwicklung von 36 Wirtschaftsvölkern und den gebildeten Jungvölkern durch regelmäßige Populationsschätzungen unter Beteiligung der Imker aus der Region erfasst. Nach zwei Projektjahren hat sich folgendes Optimierungspotenzial herauskristallisiert:

Die Stärke der aus Kunstschwärmen und „Treiblingen“ hervorgehenden Jungvölker ist nicht von ihrer Bildungsstärke abhängig. Eine geringere Schröpfung der Wirtschaftsvölker (um etwa 3000 Bienen statt 10.000 Bienen) führt zu gleich starken Jungvölkern im September und mindert den Honigertrag aus der Sommertracht erheblich weniger.

Bei hohem Varroabefallsdruck reicht die Behandlungssequenz der Celler Rotationsbetriebsweise (Altvölker werden z.B. nach der Restentmilbung im Spätherbst/Frühwinter erst wieder im September als Kunstschwarm bzw. im brutfreien Zustand behandelt) nicht aus, um Varroaschäden zu vermeiden. Im Gegensatz zum Vorjahr erkrankten die Celler Alt- und Jungvölker vor ihrer Behandlung im September bzw. im November erkennbar an der Varroose und büßten an Stärke ein. Einige Völker verstarben sogar.

Wie im Vorjahr schnitt die Hohenheimer Betriebsweise in der Völkerbilanz aufgrund der im Mai/Juni durchgeführten „Völkervermehrung in 4 Schritten“ wesentlich besser ab als die Celler Rotationsbetriebsweise.

From → Bienenwissen

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